Turbostaat - Uthlande

Die neue Platte von Turbostaat erscheint Anfang 2020. Es ist das siebte Studioalbum und es wird „Uthlande“ heißen; ein alter Begriff für die Inseln, Halligen und Marschen vor dem nordfriesischen Festland. Turbostaat sind ein Role Model für eine ganze Generation von deutschsprachigen Post-Punk-Bands. Manche Leute sind mit ihnen älter geworden, manche haben sie dabei aus den Augen verloren. Manche sind selbst schon wieder weg.

Wer nach 21 Jahren noch da ist, gehört zu den Übriggebliebenen und den Beharrlichen. Wer die Entwicklung der Band verfolgt hat, wird sagen, dass sie sich gleich im Beginn einen sehr soliden eigenen musikalischen Rahmen und Stil aufgebaut hat, der über die einzelnen Platten hinweg immer wieder etwas justiert und gut dosiert weiterentwickelt wurde. Und jetzt?

Gibt es noch die Schafe auf dem Deich, den Leuchtturm, den Nebel und immer diesen Wind. Aber man ist auf dem falschen Weg, wenn man in diesen Zutaten bloß den Norden als Landschaft und Region erkennen will und nicht Bilder für die Orte, an denen sich das soziale Wetter zusammenbraut. Wie zum Beispiel auf der ersten, wütenden und energischen Single Rattenlinie Nord, in dem der aktuelle völkische Frühling von seinem Ende aus gedacht wird. Am Ende der von ihnen angerichteten Verheerungen trifft man die Bande immer auf der Flucht – vor allem vor der Verantwortung. Und dann, auch das gehört zur illusionslosen Wahrheit, geht es wieder von vorne los.
Wie schafft man es am Ende nicht öde und entkräftet oder als eigenes Denkmal verstanden zu werden? Sehr deutlich, fast schon motivisch, durchzieht diese Frage einen Großteil der Lieder dieser Platte. Und so hört sich „Uthlande“ an. Nach einer Insel, die verteidigt wird. Nach einer ganzen Inselgruppe.

Turbostaat – Uthlande
VÖ: 17.01.2020
Pias / Rough Trade

(Presse/Online)