Symba - Teamboys undso

Der Berliner Künstler Symba wird am Donnerstag, den 20. Mai um 21:00 Uhr seine Debüt-EP „Teamboys undso“ veröffentlichen. Es ist der Sound eines jungen Mannes, der die Lieblingsbücher der Kunststudent*innen kennt und trotzdem weiß wie die Straße klingt.

Symba ist Rapper. Musiker. Schauspieler. Regisseur. Er hat getanzt. Er interessiert sich für Mode. Und wenn man sich in diesem beginnenden Sommer mitten in der Pandemie durch die Straßen und anbrechenden Nächte der Hauptstadt treiben lässt, dann begegnet er einem aus den offenen Autofenstern der 3er BMWs und den mobilen Boxen der Kids, die am Kanal sitzen. Auf den Plätzen, an denen der Sekt geöffnet und in Plastikbecher gekippt wird und auf den Wiesen, auf denen es süßlich duftet. Ist das noch Underground Hype und New Wave? Oder einfach State of the art?

Symba ist vor allem gelebte Selbstverständlichkeit und Selbstreflexion. Das Wissen um das eigenen Können, die Ambivalenz der Künste und eben auch der Sound, der aktueller als alles Andere ist. Es sind Gedankenspiele, Wortfetzen und Gefühlslagen, die der in Kamerun geborene Berliner Künstler auf den selten länger als zwei Minuten andauernden Liedern seiner am 20.05.2021 um 21h erscheinenden ersten EP namens „Teamboys undso“ vertont hat. Ein Titel, der zur EP passt: Unerwartet lässig, sich selbst nicht zu ernst nehmend und ohne große Ansage. Genauso knapp und metaphysisch wie seine Tracks.

Warum auch hinauszögern und künstlich verlängern, was bereits gesagt und vor allem verstanden wurde? Wenn Symba einen Gedanken oder eine Idee formuliert hat, dann ist das für ihn abgeschlossen. Eine vollkommen folgerichtige Art und Weise Musik zu machen für einen 21jährigen, im derzeitigen Status dieses Planeten, schließlich sind Beständigkeit und Sicherheit keine Parameter mehr für seine Altersgruppe. Wer weiss schon was morgen kommt? Die Geschwindigkeiten haben sich geändert, die Informationen werden als Häppchen gereicht, der Tag hat so viele Stunden wie man wach bleibt – warum also die Musik nicht diesem Tempo anpassen?

Thematisch beherrscht er das Spiel zwischen den Welten, schafft neue Blickwinkel und Eindrücke. Die Bourgeoisie und der Block, die Bildung und die Streetknowledge, die Parkbank an der Ecke und das Gourmet-Restaurant: All das vereint sich in Symba und seinem Werk. Folgerichtig ist diese EP mehr als das sehnlich erwartete Erstlingswerk eines erstaunlichen Talents, mehr als vertonter Zeitgeist. Es ist das Leben, in Musik gegossen und ausgestellt. Und all das kommt auch noch ohne den Hang zum Pathos aus. Kein Ton wird auf ein Podest gestellt oder behauptet von sich etwas besseres zu sein.

Es ist der Sound eines jungen Mannes, der die Lieblingsbücher der Kunststudent*innen kennt und trotzdem weiß wie die Strasse klingt. Der sich mit zehn Jahren ohne äußeren Druck dazu entschloss auf die Schauspielschule zu gehen. Der tanzen lernte. Der als einer der jüngsten Studenten der Filmhochschule Babelsberg letztes Jahr seinen ersten Kurzfilm gedreht hat. Der Sound eines schwarzen Jungen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft, der seit er Denken kann weiß, was es bedeutet wenn er als „besonders“ gilt. Und es ist der Sound der aktuellen Generation, die versucht diese Vorurteile und Rassismen zu brechen, in der die jungen Frauen in den Videos längst nicht mehr Accessoire, sondern einfach Teil der Gang sind und sich niemand darum kümmert, woher du kommst oder was du bist.

Symba – Teamboys undso
VÖ 20.05.2021
Symba/Sony Columbia