Oehl - Über Nacht

Wiener Eleganz trifft Islands Traumwelten – das Duo Oehl veröffentlicht am 24. Januar 2020 das Album „Über Nacht“ via Grönland Records.

Im Dunklen zwischen den Tagen liegt etwas in der Luft. Es mag dieser Sanftmut sein, wie er auf unseren Gesichtern wohnt, wenn wir schlafen. Die zartbitteren Melodien. Oder doch die tanzbare Leichtigkeit. Was es auch ist, fest steht: Über Nacht ist leicht zu lieben. Und Oehl wissen, was sie tun.

Es ist deutschsprachiger Pop in einer neuen Qualität, den der Wiener Liedermacher Ariel Oehl und der isländische Multiinstrumentalist Hjörtur Hjörleifsson da entwerfen. Ziemlich trockene Beats, feinste Bass-Riffs und dreamy Synth-Zauber: Das reicht hier schon ganz oft, das ist die Grundlage, auf der Ariel Oehl uns seine poetischen Miniaturen darbietet – immer ein wenig melancholisch, immer mit einem Zauber in der Stimme. Eh klar, ein Wiener halt. Der aber aufgefangen wird von Hjörleifsson, nimmermüde, dauerkreativ.

„Eigenständig, klug und künstlerisch besonders“, nennt Herbert Grönemeyer seine Label-Schützlinge. Und wir sagen dazu: Diese Musik nimmt dich mit, hüllt dich ein, ist voller Reiz. OEHL machen Musik, die so neu klingt und gleichzeitig intim. Sie passt auf die Tanzfläche („Keramik“, „Wolken“) ebenso wie auf einen Herbstspaziergang („Tausend Formen“) und ins Bett („Neue Wildnis“). Es ist Pop, der sich speist aus Kunst und Literatur.

Und nein, verhandelt wird hier nicht nur die Liebe, es geht um den Zauber des Vater-Seins (wieder, geschrieben für Sohn Elon: „Keramik“), um die Trauer („Über Nacht“), um Politik („Anlegen“). Eigentlich also um den großen, ganzen Sinn und die Suche danach. Es ist Musik, die das Graue kennt, die zwischen Hell und Dunkel daheim ist, in der Zeit zwischen den Tagen und uns damit wieder einmal beweist, dass das Leben eben vor allem aus Zwischentönen besteht. OEHL machen ernsthafte Musik mit großer Leichtigkeit. Wie gut das tut.

Oehl – Über Nacht
VÖ: 24.01.2020
Grönland Records / Rough Trade

(Presse, Online)