Lùisa - New Woman

Mit ihrem dritten Album „New Woman“, das am 07. Mai 2021 erscheinen wird, tritt die Sängerin und Songschreiberin Lùisa endgültig ins Licht: Das Album ist zu gleichen Teilen Standortbestimmung, Trauerarbeit und hochgradig aufwühlender Wahnsinns-Pop.

Das Leben bis hierhin: für die Songschreiberin und Sängerin Lùisa immer wieder ein Anlass, ihre kämpferische Energie zu schärfen. Schon in der Jugend ging es um Selbstbestimmung, künstlerische Anerkennung, Bewältigung. So zum Beispiel damals, als sie in diesem australischen Mädcheninternat war. Mit Uniformzwang und fern der Heimat, auf sich selbst zurückgeworfen, durchgewirbelt von einem Sturm aus Alienation und What the fuck.

Oder danach, als sie das Internat hinter sich gelassen hatte. Zurück nach Deutschland, um dort, mit nur 17 Jahren, von zuhause auszuziehen, und zwei Jahre später in Hamburg als Songschreiberin alles auf eine Karte zu setzen. Oder dann in der sogenannten Musikindustrie, in der Alles-Selbermach-Frauen – und vor allem: -Könnerinnen – wie sie für viele offenbar auch im 21. Jahrhundert immer noch eine Art Fremdkörper zu sein scheinen. Leicht war es jedenfalls nicht immer. Die gute Nachricht: Das alles und noch viel mehr hat Lùisa nun mit „New Woman“ verdichtet, ausformuliert, in große Liedkunst umgemünzt.

Lùisas Musik auf „New Woman“ hat etwas zu gleichen Teilen Melancholisches und Kämpferisches. Durch ihre enorme Pop-Sensibilität erfahren die Songs eine schwingende Eleganz, die die unerträgliche Leichtigkeit des Seins aller Dinge perfekt illustriert. Vor allem aber gehen einem diese Lieder nicht mehr aus dem Kopf, sobald man sie einmal gehört hat. Anders ausgedrückt: Der Kampf der Lùisa wütet, stampft und schreit nicht, sondern er findet auf „New Woman“ zu gravitätischer Kraft und wahrer Größe.

Es geht um die Suche nach Identität, einem Platz im Leben und in der Musik. Darum, sich immer wieder nach vorne zu kämpfen und aufzustehen. Im Titelsong, der ein bisschen an die Arcade Fire der „Reflektor“-Phase erinnernden Empowerment-Hymne „New Woman“, singt Lùisa: „Change, breaking my cage, making mistakes, taking my stage/Feel like an new Woman today.“ Sie triumphiert, sie jubiliert, sie nimmt einen gefangen – und erzählt dabei von ihrer Rolle als Frau in einer immer noch deutlich männlich dominierten Industrie, in der das größte Problem oft gar nicht mal unbedingt die mangelnde Akzeptanz von Frauen überhaupt ist, sondern ihre Festschreibung auf sexistische Klischeebilder: das „Mädchen mit der Gitarre“, „die liebliche Stimme“, „die Muse“, die „zarte Fee“.

„Die feministischen Bewegungen der letzten Jahre haben mich total bestärkt, über diese Dinge zu sprechen“, sagt Lùisa. „Es geht um den Techniker, der sich nicht vorstellen kann, dass ich meine Loops selbst programmiere. Oder um die ganzen Leute, die mich fragen, ob ich nicht irgendwann auch noch mal was ›Vernünftiges‹ machen möchte. Männliche Musiker werden so was nie gefragt.“

Die elektronischen Versatzstücke des letzten, in London aufgenommenen Lùisa-Albums, „Never Own“ (2015), sind auf „New Woman“ ein bisschen zurückgerückt zugunsten eines klar definierten Groove-Gerüsts aus Bass und Schlagzeug, das Lùisa mit Eighties-Synths, perlenden Gitarren und einer insgesamt wärmeren Sound-Architektur ausgekleidet hat. Lùisa hatte Sade, Kate Bush und Talk Talk gehört, aber auch Gegenwartsmusik wie The War On Drugs, Christine & The Queens oder Haim sowie puren Achtzigerjahre-Pop wie jenen von Michael Jackson. Aufgenommen wurde „New Woman“ mit dem Produzenten Tobias Siebert von Februar bis Ende April 2020 in Berlin-Kreuzberg.

Lùisa – New Woman
VÖ: 07.05.2020
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